Leonardo da Vinci führt mich also zu einer Vernissage nach Mattsee. Ich kenne das Schloss Mattsee von einem Spaziergang, allerdings war ich noch nie drinnen. Ich betrete das Erdgeschoss, hänge meine Jacke auf und blicke auf ein Bild mit Seerosen. Suchend sehe ich mich um. Ich gehe die Treppe hinauf und sehe einen Flügel, gehe vorbei, weitere Treppen empor. Ich frage mich, wo die Vernissage sein soll. Ich blicke kurz aus dem Fenster, auf den See. Wunderschön ist es hier und ruhig. Ich gehe nochmal Treppen hoch und komme schließlich zur Vernissage. Der Raum ist mit Holz verkleidet. Ich sehe mich um. Ein paar Menschen sitzen an einem Tisch und unterhalten sich. Ein paar betrachten die Bilder. Ich kenne niemanden. Eine Dame spricht mich an. Das trifft sich gut, denn sie ist Absolventin der Kunstakademie und ich habe Fragen zur Akademie, zur Dauer und den einzelnen Modulen. Dann gehe ich weiter, betrachte die Bilder der Reihe nach und als mein Blick vorgreift zu anderen Bildern, sehe ich ein Bild in der Ecke des Raumes, das mich magisch anzieht, mich in seinen Bann zieht. Ich gehe direkt auf das Bild zu, vergesse alles um mich herum. Ich kann es nicht glauben, was hier im Schloss Mattsee mit mir vor diesem Bild passiert. Es löst etwas in mir aus. Es berührt mich zutiefst. Ich merke, wie sich meine Augen mit Tränen füllen. Ich will nicht, dass das jemand sieht. Dieses Bild in Blau gehalten, zeigt eine junge Dame, die aussieht, wie die weibliche Hauptfigur in dem Roman, an dem ich im Moment schreibe. Ich frage mich, wie es sein kann, dass eine von mir erfundene Figur auf einem Bild einer Künstlerin, die ich nicht kenne, existieren kann. Wie es sein kann, dass die Haltung der Dame, der Hintergrund und der Titel perfekt zu meinem Roman passen. Wie kann es sein, dass zwei Personen, die Künstlerin und ich, dasselbe Bild einer Figur im Kopf hatten?
Und so fand ich in Mattsee etwas, nachdem ich nicht gesucht hatte. Ich fand etwas, von dem ich nicht einmal wusste, dass es existiert, dessen Existenz mich aber unbeschreiblich glücklich macht.
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