#belotusWRITINGs

Nizza I

Den Fensterplatz habe ich bekommen. Meine Schwestern sitzen neben mir. 2. Januar, das neue Jahr ist jung und ich bin müde. Die Nacht war kurz und Silvester hängt mir noch nach. Ich und Sekt, wir passen nicht wirklich zusammen. Dass wir nicht zusammenpassen, merke ich mir meist nicht lange.

Draußen ist es sehr kalt. Die Maschine muss enteist werden. Ich beobachte das Geschehen. Gedanken durchkreuzen meinen Kopf. Abgeraten wurde mir von dieser Reise. Ich sollte lieber in Italien bleiben mit meinen Geschichten. Nach Rom sollte ich fliegen. Ich ignorierte es, denn ich wollte nach Paris. Paris fiel ins Wasser und deswegen buchten meine Schwestern und ich am 31. Dezember eine Reise nach Nizza.

Mit Verspätung heben wir nun ab. Ich betrachte die Landschaft unter mir. Es ist kaum Schnee zu sehen. Die Berge sind grün-braun gefärbt, die Täler sind weiß, sie sitzen im Frost. Wir bewegen uns durch eine Wolkendecke, ich werde müde. Ich denke noch kurz darüber nach, dass ich wieder total unvorbereitet bin. Ich war noch nie in Nizza, habe mich auch nicht informiert, kenne den Namen des Hotels nicht und spreche kein Wort Französisch. Es ist mir aber auch gleichgültig, denn ich habe gelernt, dass im Unbekannten das Spannende und die Überraschungen zu finden sind. Mit einem guten Gefühl schlafe ich ein.

Nach einiger Zeit spüre ich, dass die Flughöhe abnimmt. Der Landeanflug wird angekündigt. Ich öffne meine Augen. Wir durchstoßen wieder eine Wolkendecke. Die Wolken sind so schön, ich will sie festhalten mit meinem Handy. Es gelingt mir nicht wirklich. Nun sehe ich das Meer, die Küste, die Côte d’Azur. Ich versuche mich zu orientieren. Ich glaube Monaco zu sehen, dann das Cap-Ferrat. Ich bin ein wenig aufgeregt, ein wenig Angst gesellt sich hinzu. Ich überlege kurz, ob es eine gute Idee ist, in Nizza aus dem Flugzeug zu steigen, denn ich weiß jetzt schon, dass es mir gefallen wird, dass ich mich verlieben könnte und dass ich noch oft kommen werde.

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